Alles über das Welttanzprogramm
In den Tanzkursen für Jugendliche, Paare und Singles unterrichten wir das Welttanzprogramm.
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In England setzte sich um 1910 u.a. bei jungen Leuten ein Tanz namens "Boston" gegen den traditionellen Wiener Walzer durch. Er war etwas langsamer und mit einem Verzögerungsmoment. Später kamen nach und nach noch Foxtrottschritte dazu.
Der Name kommt vom deutschen Wort "waltzen", was soviel wie "sich drehen" bedeutete. Er ist der harmonischste der Standardtänze. Die dazugehörige melodiöse und anschmiegsame Musik harmoniert mit dem Tanz, schafft die notwendige Stimmung und erweckt beim Tanzenden das angenehme "Walz-Gefühl". Das Tempo ist halb so schnell wie der Wiener Walzer. Im Tanzunterricht ist der Langsame Walzer oder "English Waltz", wie er auch genannt wird, aufgrund des einfachen Schritt- und Taktsystems besonders für Anfänger geeignet.
Beginn: Herr rechts, Dame links
Zählweise: vor-seit-schluss-vor-seit-schluss
Rhythmus: eins-zwo-drei-eins-zwo-drei
Musik: 3/4-Takt, 28-30 Takte/Min
Quickstep / Foxtrott
Der Quickstep entstand Mitte der 1920er Jahre, als das Tempo des Foxtrotts beschleunigt wurde. Wie der Langsame Walzer hat er geschlossene Drehungen und Chasses. Der Quickstep ist dadurch charakterisiert, daß die Körpergeschwindigkeit bei Slow fast die gleiche ist wie bei Quick oder bei besonders schnellen Schrittfolgen. In der Familie der Standardtänze gilt er als "der Sekt unter den Weinen": Perlend in seinen langgestreckten Bewegungen und spritzig in seinen Hüpfschritten. “Foxtrott” ist im Tempo etwas langsamer als “Quickstep”. “Slowfox” tanzt man mit einem gänzlich anderen Schrittsystem.
Beginn: Herr links, Dame rechts
Zählweise: vor-vor-seit-schluss-rück-rück-seit-schluss
Rhythmus: slow-slow-quick-quick-slow-slow-quick-quick
Musik: 4/4-Takt, 50-52 Takte/Min.
Tango
Der Tango stammt aus Argentinien und ist, dem Stakkato der Musik entsprechend, geprägt vom Wechsel zwischen Aktion und Pause. Die "ruckartigen Aktionen" (von knappen und schnellen Kopfbewegungen begleitete Schritte) werden im Knie weich abgefangen, was dem Tango das Doppelgesicht verhaltener Leidenschaftlichkeit gibt. Die "gehaltenen Pausen" verhindern "Körperschwung" und damit verbundene Hebungen und Neigungen.
Beginn: Herr links, Dame rechts
Zählweise: vor-vor-Wie-ge-schritt-rück-seit-schluss
Rhythmus: lang-lang-kurz-kurz-lang-kurz-kurz-lang
Musik: 2/4-Takt oder auch 4/4 Takt, 31-33 Takte/Min.
Wiener Walzer
Der Wiener Walzer ist mit seinen Varianten (z.B. dem Ländler) ein uralter, vor allem im Alpenraum beheimateter Volkstanz, der wegen seiner "Ungezügeltheit" oft bekämpft wurde. Am preußischen Hof wurde er 1794 verboten, während er 20 Jahre später auf dem Wiener Konress Triumphe feierte. Ins Turnierprogramm wurde er 1932 aufgenommen. Sein Reiz liegt nicht im Figurenmaterial, sondern im berauschenden Körperschwung!
Beginn: Herr rechts, Dame links
Zählweise: vor-seit-schluss-rück-seit-schluss
Rhythmus: eins-zwo-drei-eins-zwo-drei
Musik: 3/4-Takt, 58-60 Takte/Min.
Cha-Cha-Cha
Der Cha-Cha-Cha stammt aus Kuba. Er wurde von Enrique Jorrin (u.a.) aus dem Mambo entwickelt und 1957 vom Deutschen Gerd Hädrich nach Europa importiert. Der Cha-Cha hat viele Elemente aus anderen Tänzen in sich aufgenommen, besonders aus Jazz, Beat und Disco. Seinen Grundcharakter, der ihn bei allen Altersstufen zum beliebtesten Lateintanz machte, hat er dabei nicht verloren: Im Cha-Cha kommen übermütige Ausgelassenheit und koketter Flirt zum Ausdruck.
Beginn: Herr rechts, Dame links
Zählweise: (Start)-Wiege-Wiege-ChaChaCha-Wiege-Wiege-ChaChaCha
Rhythmus: Start auf 1, Wiege-Wiege auf 2-3, ChaChaCha auf 4-und-1
Musik: 4/4-Takt, 30-32 Takte/Min.
Rumba
Die Rumba stammt aus dem Mambo-Bolero und ist ein afrokubanischer Werbungstanz: Die Dame schwankt zwischen Hingabe und Flucht und der Herr zwischen "Zuneigung" und "Selbstherrlichkeit". Die Rumba ist der Klassiker unter den Lateintänzen, erfordert Ausdruckskraft und Sparsamkeit der Mittel. Wir unterscheiden zwischen der einfacheren “Square-Rumba” (hier beschrieben) und der anspruchsvolleren “Cubanischen Rumba.”
Beginn: Herr rechts, Dame links
Zählweise: vor-seit-schluss-rück-seit-schluss
Rhythmus: lang-kurz-kurz-lang-kurz-kurz
Musik: 4/4-Takt, 25-27 Takte/Min.
Samba
Die Samba ist ein afro-brasilianischer Tanz, entstanden in Brasilien im 19. Jahrhundert. Sie ist ein Sammelbegriff für an die hundert brasilianische Tanzarten, die von den eingewanderten Afrikanern mitgebracht wurden. Unsere Samba ist eine vereinfachte Form der eleganten Grazie der Original-Samba, denn für Mitteleuropäer sind die den Süd-amerikanern angeborenen Bewegungen kaum zu erlernen. Den-noch ist die Samba einer der beliebtesten Tänze in der Tanzschule.
Beginn: Herr rechts, Dame links
Zählweise: vor-und-platz-rück-und-platz
Rhythmus: eins-und-zwei - eins-und-zwei
Musik: 2/4-Takt, 50-52 Takte/Min.
Jive
Jive ist eine spezielle Boogie-Form und zählt zu den lateinamerikanischen Tänzen. Vor allem die amerikanischen Soldaten brachten den Jive um 1945 nach Europa. Er geht auf eine akrobatisch hüpfende, springende, improvisierte Tanzweise der Farbigen in New York zurück. Im gemütlichen Tempo hat er 32-40 Takte pro Minute. Schnelle Turnier-Jives zählen exakt 44 Takte pro Minute. Neben der klassischen Rock'n'Roll-Musik wird Jive heute oft zu aktuellen Charthits getanzt.
Beginn: Herr links, Dame rechts
Zählweise: rück-platz - seit-schluss-seit-seit - schluss-seit
Rhythmus: 1 - 2 - 3 und 4 - 5 und 6
Musik: 4/4-Takt, 42-44 Takte/Min.
Paso Doble
Der Paso Doble ist eine in Spanien und Frankreich entwickelte Darstellung des Stierkampfs mit Einschluss von Flamenco-Elementen. Die Dame stellt nicht den Stier dar, sondern das rote Tuch des Toreros, Herr und Dame bewegen sich also gemeinsam um einen imaginären Stier. Die Musik ein spanischer Marschtanz, besteht aus einer Einleitung und zwei Hauptteilen mit genau festgelegten Höhepunkten, nach denen sich die Choreographie richtet. Der Tanz erfordert große Präzision und einen durchgehaltenen starken Muskeltonus.
Beginn: Herr rechts, Dame links
Zählweise: Apell-2-3-4-5-6-7-8
Rhythmus: 1-8
Musik: 2/4-Takt, 60-62 Takte/Min.